Archiv für März 2009

Alternatives und Kultur

Alternatives und Kultur? Was ist das für eine Entry-Headline? Als Pendant zum Futurismus des letzten Entry sollte man lieber über neue Wege dem Energieteufelskreis spekulieren. So könnte man einen Straßenbelag erfinden, der elektrische (durch Wippen) oder thermische Energie (durch Rollreibund) erzeugt. Ersteres beschrieb schon vor einigen Tagen dieses Motorsport-Magazin, an letzterem ist gerade eine Uni im Nahen Osten dran. Neue Wege gehen, aber auch beim feiern? Noch nicht ganz so lange her hat eine Ökodisco in Rotterdam ihre Pforten geöffnet, bei man durch Tanzen Strom generiert. We want your energy! … heißt der Slogan dazu. Falls jemand hin will, kann ich das bei folgendem Event verstehen: Electric Deluxe Presents #5 – Richie Hawtin, Speedy J, Marco Carola, Chris Liebing, Len Faki, Boris Ross, Joey Daniel & Perry. Ähm, wie heißt der Slogan nochmal …


Tanzen auf Goa …

Alternative Werbeformen sind zunehmend gefragter. Da ballern summa summarum 10.000 Spots und Anzeigen auf den schutzbefohlenen Werbekonsument ein und man soll sich auch noch welche merken. Besser man bündelt Werbeeinzelteile an einem zentralen vielbevölkertem Ort – wie zum Beispiel der U-Bahnhof Berlin Friedrichstraße. Hier hat die Wall AG derzeit alles zugeplastert mit Werbung von G Star Raw. Wenn man auf die U-Bahn wartet, hat man kein Entkommen aus der Marketingszenerie. Vorher (Dezember) war übrigens Nivea werbetreibender U-Bahnhof-Zukleisterer. Alternativ ist auch folgende nicht zu übersehende Werbung:

Wieder zurück in multimedialen Gefilden findet sich derzeit auch eine ziemlich neue Form von Internetwerbung. Schluss mit Pop-ups, Skyscraper und Roll-Over-Buttons. Viele von Euch kennen Skittles, die kleinen bunten Bonbons in zigtausend verschiedenen Geschmacksrichtungen. Noch vor wenigen Tagen sah die Skittles-Homepage aus wie Wikipedia mit einem Artikel eben über jene kleinen bunten Spaßmacher. Nun schau ich aktuell darauf uns muss feststellen, dass sie wie eine YouTube-Seite aussieht. Wer weiß was einen in den nächsten Tagen auf der Skittles-Seite erwartet. Auf jeden Fall kreatives Onlinemarketing! Apropos Nivea:

Alternative Jobsuche ist bei der heutigen Arbeitsmarktlage auch sinnvoll. So hat sich ein 23-jähriger Franzose mit der Überschrift „Junger Studienabsolvent zu Verkaufen“ selbst bei ebay angeboten. Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen hinweg hat er zumindest erhalten. Wozu ich leider keine Quelle mehr hab ist noch folgende Story: Ich Blogger hat einem Obdachlosen geholfen Geld zu sammeln. Einfach ratz fatz ein Blog gestartet, PayPal-Account erstellt und Banner verteilt. Und schon konnte sich der Obdachlose neue Sachen und etwas zu essen kaufen. Schönes Ding! Ein schönes Ding für die Geschichtsfreaks und Geo-Abonnementen unter Euch ist das folgende Bild:

Da laufe ich so zum Brandenburger Tor und und so ein paar Hilfsluden posieren da verkleidet in Uniformen für die zahlreichen Fotoshootings der Touristen. Eigentlich eine nette Geste der Tourismusbranche Berlins. Da stehen also zwei Uniformierte je mit einer russischen Flagge und einer amerikanischen Flagge. Soweit so gut. Dann war einer der beiden kurz weg und einer der Uniformierten trägt beide Flaggen. Was ein Bild! Auf dem Weg weiter zum Potstdamer Platz / Leipziger Platz dann noch (alternative) auffällige ZDF-Werbung:

Mein bzw. unser Weg hat uns aber eigentlich zum Dalí Museum geführt. Was erwartet man von Dalí? Natürlich seine bekanntesten Werke mit zerlaufenen Uhren, komischen Stöcken und fiesen Elefanten. Aber nein, zur Überraschung einiger waren dort fast nur Skizzen und sehr frühe Werke des exzentrischen Malermeisters zu sehen. Trotzdem – Kultur lohnt sich.

PS: Fotos waren leider nicht gestattet. Man kennt das. Zum Beispiel aus dem BMW Werk Leipzig. ;-)

Der Goldene Windbeutel

foodwatch verleiht zum ersten Mal den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge. Auf der Seite von Abgespeist kann man beim Contest „Der Goldene Windbeutel“ mitmachen und Produkte von Danone bis Unilever abspeisen. Stirbt gute Werbung aus oder nehmen wir Anzeigen nur noch fundamental-kognitiv wahr?

Wenn Tageszeitungen demnächst nur noch auf E-Readern erscheinen, was bedeutet das dann für die Anzeigen? Wirkt Print dann noch oder schaltet man lieber eine Flash-Animation? Das Berliner Unternehmen txtr will „Inhalte auf neue Weise unter die Leute bringen“. Die Firma Hearst plant derzeit intensiv die erste Tageszeitung via E-Reader anzubieten. Nachdem Amazon mit seinem E-Reader Kindle frisch in den Markt gestoßen ist, wird es ab Mittwoch eine Kindle-Software für Apple´s iPhone und iPod touch geben. Und wenn man dann mal in der digitalen Welt den Begriff „Tageszeitung“ yahoot oder in die Browserzeile eingibt, wird man vom Ergebnis möglicherweise überrascht sein!

Ich überleg mir jetzt noch eben, was ich morgen in der Mittagspause mit begrenztem Equipment zubereite und danach schau ich mal wie es dem Bahn-Chef gerade ergeht. Wer die englische Bahn – freier Markt, 29 Anbieter, Chaos – kennt, wird die deutsche zu schätzen wissen … Bei der Deutschen Bahn kann man eigentlich immer eine Tageszeitung zum Lesen abgreifen (wenn man an der 1. Klasse vorbei geht) und sich bei ein wenig guter Werbung entspannen: